Archive for December, 2009

Kindle 2 internationale Version und meine Erfahrung damit

Sunday, December 13th, 2009

Jetzt sind mehrere Wochen durchs Land gezogen wo ich nun schon stolzer Besitzer eines Kindles bin. Das digitale Buch von Amazon.com.

Geschlagene 2 Jahre habe ich darauf gewartet, dass er in Deutschland angeboten wird und bis jetzt hat er mich nicht entaeuscht:

Der allererste Eindruck war das ueberraschende Gewicht. Er kam mir wesentlich schwerer vor als ich erwartet hatte. Dieses Gefuehl der Schwere hat sich aber nach wenigen Minuten verfluechtigt und mittlerweile empfinde ich ihn ueberhaupt nicht mehr als schwer. Auch das Lesen bzw. Halten ansich stoehrt nicht und wuerde ja bei einem schweren Geraet schnell auffallen.

Als ich erfuhr, dass ich den Kindle bekommen werde und die Lieferung schon unterwegs war, hab ich als allererstes Buecher verkauft. Fuer knapp 200,- Euro eine ganze Reihe Fachbuecher aus meinem Buecherregal und ich war echt froh das endlich tun zu koennen. Auch wenn viele sich nicht von Buechern trennen koennen/wollen, sehe ich sie mittlerweile nicht mehr als Schatz oder was besonderes an. Mir gehts nicht um das Buch, mir geht es um den Inhalt! Und den kann ich auch gemuetlich auf meinem Kindle lesen. Nur das doch etwas unangenehmere und vorallem auch ungewohnte Lesen am Computerbildschirm hat mich bislang davon abgehalten die Buecher weiterzugeben. Da ich aber sich bin, sie jetzt bzw. das naechste halbe Jahr eh nicht zu benoetigen, wuerden sie auch weiterhin nur tristlos im Regal stehen und da sein. Was mir aber nichts bringt ausser einem vollem Buecherregal und _stress_ beim Umzug.

Das Lesen selbst ist naemlich eine sehr sehr angenehme Sache: Ein passives Display mit 16 Graustufen zeigt normalen Text gestochen scharf an(auch drausen) und selbst fuer Bilder reicht das voellig. Auch wenn ich nichts gegen einen Kindle mit _Farbdisplay_ hab.

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Auch die Bildschirmgroesse ist echt angenehm und wenn ich bedenke wie oft ich die Tastatur verwende, hab ich auch kein Problem damit, dass doch recht viel weiser Rand um das Display ist. Da tatscht man wenigstens nicht staendig darauf herum.

Zudem hat die neue Firmware auch noch PDF Support mitgebracht. Ist zwar noch nicht ganz ausgereift weil man die PDFs vorher so umwandeln muss, dass kein Seitenrand da ist(kindle 2 kann nicht richtig sauber zoomen) aber primaer verwende ich ihn eh nur fuer normalen fliesstext.

Die Auswahl von normalen Text bzw. Buechern ist nebenbei wirklich gross. Auch wenn ich als Deutscher nicht alle englischen Buecher aus dem Kindlestore kaufen kann, gibt es noch genug andere Ebookanbieter auf dem Markt und vorallem auch Gratisprojekte wie z.B. Gutenberg die bieten naemlich Texte an von denen es keine Copyrightansprueche mehr gibt! Und es gibt richtig viele gute alte _Schinken_.

Auch ein sehr tolles Feature ist die UMTS Unterstuetzung: Ich als Kunde zahle fuer die Verwendung NICHTS! Keinen Vertrag etc. Amazon subventioniert das ueber die Buecher und Zeitungen den das ganze bietet einen riesen Vorteil: Man kann Zeitungen/Zeitschriften abonieren und die bekommt man gratis auf seinen Kindle geschickt und zwar sobald sie fertig sind. Die neue FAZ z.B. kommt kurz nach Mitternacht. Und Zeitung zu lesen macht wirklich spass: Es gibt eine Hauptseite auf der man Zugriff auf alle Unterkategorien hat(Wirtschaft, Kultur, Sport etc…) und dann nochmal eine Kurzuebersicht zu den einzelnen Artikeln mit Kurzbeschreibung. Die Navigation macht echt spass.

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Daneben kann man selbstverstaendlich auf amazon.com nach neuen Buechern stoebern die man sich auch gleich kaufen und dann auch lesen kann. Und Wikipedia! Ja man kann gratis die englische Wikipedia benutzen und da macht echt spass. Ist zwar nicht unbedingt schnell das ganze aber es gibt immer wieder Situationen wo man gern mal schnell was bei wiki nachschlagen moechte und normalerweise kann man das halt nicht. Ich nutz das gerne im Geschichtsunterricht.

Neben der Onlinefunktionalitaet ist auch das Oxford English Dictionary eingebaut was nicht nur im Englischunterricht sehr nuetzlich ist, nein auch beim Lesen der englischen Buecher kann man den Cursor vor das Wort plazieren und erhaelt eine Erklaerung des Wortes!

Abschliesend: Neben dem Argument mit _Ich liebe doch meine Buecher und ich mag den Geruch davon und das Geraeusch beim Umblaettern etc._(Die Buecher sind mittel zum Zweck. Nur weil man es gewoehnt ist, heist es doch nicht dass es auch gut ist…) gibt es noch ein anderes Argument was manche gerne aufbringen: Andere koennen nicht sehen was man liest. Ich kann euch beruhigen, noch wird man wesentlich oefter angesprochen wegen dem Geraet und spaeter wenn es alltaeglich geworden ist: Was ist einfacher als mit jemanden, vom anderen Geschlecht, ins Gespraech zu kommen als zu fragen was man den liest?

Wie werde ich ein Hacker?

Sunday, December 6th, 2009

Ich fand Computer schon immer hochfaszinierend und sowieso alles was nur irgendwie damit etwas zu tun hat. Ob das nun die Hackerfilme waren oder Spiele, alles was sich damit beschaeftigte wurde sofort verschlungen.

Was aber sicher ein Gedanke oder eine Motivation war, sind die _coolen_ Dinge die die ganzen Menschen getan haben. Angefangen bei einfachen Dingen, wie gratis im Internet surfen, Telefonkarten kostenlos aufladen aber auch richtig richtig viel Schotter zu verdienen. Alles tolle Ziele die man als junger Mensch erreichen moechte.

Nun ein paar Jahre spaeter erinnere ich mich an die erste Texte zurueck, die ich gelesen habe, die auf ihre Art und Weise erklaert haben was man tun muss um ein Hacker zu werden. Dieses mystische Wesen zwischen analoger und digitaler Welt.

Mittlerweile haben sich aber viele Vorstellungen aus der Vergangenheit verfluechtigt. Ob das die bewundernswerten Persoenlichkeiten in Film und Fernsehn waren(auch VIPs genannt) oder noch banalere Traeume, wie der ein Lokfuehrer zu werden, sie wurden revidiert.

Sollte mir mein Lieblingsschauspieler ueber den Weg laufen, werde ich mit meinen 1,95m auf ihn herabsehen. Es klingt doof aber das macht es schwierig z.B. Will Smith als Galionsfigur zu bewundern wenn er kleiner ist als man selbst. Auch wollte ich immer ein eigenes Scheckbuch um damit Rechnungen zu bezahlen oder um einen eigenen Scheck mit Delphinmuster(Anspielung auf einen Film…) auszustellen. Aber es macht heutzutage keinen Sinn mehr einen Scheck auszustellen: E-banking ist schlichtweg soviel praktischer.

Und wenn ich nun die Welt des Hackens betrachte sind hier auch Traeume geplatzt: Es ist heutzutage nicht mehr noetig jemanden zu kennen der jemand kennt der jemand hat dessen Vater Internet hat. Und ich muss nicht mehrere Stunden/Tage warten und in einer Scene aktiv sein um 0-Day releases von irgendwelchen Filmen/Spielen etc. zu bekommen. Jeder Idiot kann eMule benutzen, auf Torrentseiten gehen oder wie das richtig viele machen(schockierenderweise alle ohne Anspruch an Qualitaet…), auf kino to gehen. Ich muss kein Hacker sein um so etwas zu koennen(was viele Filme suggerieren).

Im Gegenteil! Viele Sender bieten ihr Programm direkt online gratis an und durch die Masse an Material besteht auch keinerlei Beduerfnis mehr staendig das Neuste etc. zu haben. Frueher waren es vielleicht noch die ersten Camrips die man sich _stolz_ angesehen hat, von einem Film der erst rauskommt, dann die DVDRips und heutzutage vielleicht noch die Blu-Ray rips aber nur um dann festzustellen, dass das alles nicht so wichtig ist wann man was sieht. Es geht einem nichts ab wenn man wartet bis Ice Age 3 irgendwann mal gratis/guenstiger verfuegbar wird. Ob das dann per FreeTV ist oder durch eine Blu-Ray im Ausverkauf.

Ich hab auch bei genug Spielebetas mitgemacht als dass mir das ebenfalls scheis egal geworden ist. Es mag ja lustig sein Diablo 3 schon mal angespielt zu haben aber deswegen wird das Spiel nicht besser. Es verliert sogar eher an Stimmung wenn man die Welt nicht mehr an diesem offizielen Releasetag erst spielen kann: Man nimmt sich seine eigene Vorfreude weil man doch eh schon alles ueber das Spiel weis. UI? Screenshots! Introtrailer, Storyline? Teaser.. Gameplay? Erste Videos und Demos.

… ich will eigentlich ins Bett deshalb komm ich langsam mal auf den Punkt …

Als Hacker hat man theoretisch die Macht ueber Computersysteme die in heutiger Zeit nun mal alles bedeuten. Ob das die persoenlichen Emails, Bilder und co sind oder Geld von unseren Bankkonten. Hier stellt man aber schnell fest, dass Menschen nicht spannend sind. Als gutes Beispiel dienen vielleicht die zig Gigabyte an Bildern von myspace die geleakt sind von den privaten Bilderalben: Nach den ersten 100 stellt man fest, dass das immer das gleiche ist. Auch fremde Emails zu lesen oder Chats wird nicht spannend nur weil man das kann. Jeder von uns wird als Informatiker allein deshalb schon auf eine Menge an Daten Zugriff haben weil einem vertraut wird. Hier oder da mal einen PC zu reparieren oder dort ein Passwort zu bekommen um jemanden zu helfen. Es ist nicht spannend und interessant. Es wird daraus nur ein _Big Deal_ gemacht weil viele Leute meinen dass sie wichtig sind.

Wenn es dann aber darum geht Polizeiakten zu loeschen, sich selbst Geld zu ueberweisen und co. steht man auf einmal vor einem ganz rationalen Problem: Sich entscheiden zu muessen ob man nun mit einem Bein im Gefaengnis stehen will oder nicht und ob man lust hat soviel Zeit und Geld da reinzustecken. Sich selbst Geld herzuzaubern z.B. bedeutet erstmal lange Vorbereitung: Wo stehen die ganzen Servern? Wie wird untereinander kommuniziert? Wie ist die Infrastruktur aufgebaut? Ist ein Praktikum bei der Bank sinnvoll? Das geht nicht mit einem Fingerschnipp und auch nicht mit Standardtools. Das kostet Zeit und Arbeit. Und wenn man sich so ansieht was mit Leuten passiert die eine Warezseite hochziehen und damit Geld machen oder mit Dailern und Betrugsseiten -> Sie haben alle irgendwann den Staatsanwalt vor der Tuer. Ob einem das lieber ist mit einer kleinen Chance, Geld zu verdienen als wenn man einfach in der normalen Wirtschaft Geld verdient, hat nicht viel mit Koennen etc. zu tun sondern mit Dummheit: Es lohnt sich einfach nicht(was uns die Geschichte immer wieder lehrt) und selbst wenn es das tun wuerde, ist man auch nicht klueger weil man nur beweist, dass man Geldgeil bzw. materialistisch ist.

Und mit materieller Abhaengigkeit gehoert man zu den ganzen dummen Menschen bzw. Opfern der Konsumgesellschaft. Wenn ich mit 1k im Monat nicht gluecklich bin, werde ich das mit 100k im Monat auch nicht.

Um vielleicht noch die Anfangsfrage ueberhaupt zu beantworten: Hacken ist fuer mich eher eine Art und Weise zu leben. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und mich selbst weiterzuentwickeln. Ich bin dabei an meiner materiellen Abhaengigkeit zu arbeiten und das funktioniert mittlerweile echt gut und auf sowas bin ich stolz. Oder dass ich irgendwann auf das us-layout umgestellt hab weil es mir beim tippen und programmieren einfach mehr/bessere Moeglichkeiten bietet(oft benoetigte Sonderzeichen liegen da viel besser. Erhoeht Geschwindigkeit und veringert die Fehlerquote). Auch im sozialen wie jemanden aussprechen zu lassen oder mal meine vorlaute Klappe zu halten ;P sind alles Teile dieser Philosophie. Chillen lernen und das Leben geniesen.